Die Tegernseer Hütte
Die allererste Hütte wurde 1903 auf einer Grundfläche von 12m² erbaut.
Damals musste noch alles vom Tal aus von hand heraufgetragen werden.
Unter anderem zum Beispiel die 115 kg schwere Tür, die ein 18jähriger Lehrling alleine(!)
in drei Stunden herauftrug.
Aber schon bald war dieses kleine Hüttchen dem Ansturm der Bergsteiger nicht mehr gewachsen,
so dass 1913 eine größere Hütte gebaut werden sollte. Natürlich wieder in Handarbeit und
-transport. Diese erfüllte ihre Dienste hervorragend, bis sie am 10. Mai 1965 durch
Blitzschlag völlig abbrannte. Nach ersten Überlegungen, die Hütte nun doch weiter unten
wieder aufzubauen, um mit einer hinführenden Forststraße die Materialbeschaffung sowie den
Aufstieg im allgemeinen zu erleichtern, machte sich der damalige Sektionsvorsitzende
Benni Rummel dafür stark, die Hütte nun doch wieder in ihrer ursprünglichen, beeindruckend
exponierten Lage zwischen Roß- und Buchstein zu errichten.
Als erstes wurde diesmal eine Materialseilbahn gebaut (immernoch alles Handtransport!),
um die herum dann die heutige Hütte entstand. Bis heute dient diese damals erbaute
Materialseilbahn zum Transport von Lebensmitteln, Werkzeugen und Material zur
Instandhaltung der Hütte.
2001 wurde auf der Westseite eine Terasse angebaut, die sich vorallem des schönen
Sonnenuntergangs wegen, dem man von dortaus bis zum Schluss zuschauen kann, großer
Beliebtheit erfreut.
In den Jahren 2005/06 war dann eine Grundsanierung fällig. Die Hütte wurde durch einen
neuen Anbau erweitert, in dem die neuen Sanitärräume, ein Trockenraum, die Wasserversorgung
sowie ein paar zusätzliche Lager platzfanden. Desweiteren wurde der Schlafbereich komplett
neu isoliert und holzvertäfelt.
Die DAV-Sektion Tegernsee hat dafür bis jetzt über 380.000 € eingesetzt, und es wurden von
vielen freiwilligen Helfern mehr als 4000 Arbeitsstunden geleistet. Seither steht die Hütte
in Ausstattung und ökologischem Konzept einwandfrei da. Es wird nur modernste Technologie
eingesetzt.
Umweltkonzeption
Die Wasserversorgung erfolgt über Regenwasser, das auf dem Dach gesammelt wird und bis
zu 10.000 Liter gespeichert werden kann. Die aufwendige Aufbereitung erfolgt über vier
verschiedene Filter und eine UV-Entkeimungsanlage. Trotzdem ist Wassersparen angesagt,
da Regen keine konstant zuverlässige Wasserquelle ist. So funktionieren z.B. die Waschbecken
mit Selbstschlussarmaturen, die Urinale brauchen kein Wasser, da eine spezielle ökologische
Sperrflüssigkeit die Geruchsbildung verhindert. Die Toiletten sind Teil einer
Trockenkompostieranlage, in der nach ungefähr drei Jahren wertvolle Humuserde entsteht.
Geheizt wird mit Holz aus heimischen Wäldern, einem nachwachsenden Rohstoff;
gekocht wird mit Holz und Gas (ca. 33kg/Monat).
Das Warmwasser für den Küchenbetrieb wird (wetterabhängig) über eine thermische Solaranlage
mit 500 Liter Speicher erhitzt und
Strom wird über eine Photovoltaikanlage gewonnen und in Batterien gespeichert.
Auch hier ist Sparsamkeit gefragt, da die Dachfläche mit den dort angelegten Solarzellen
schon nahezu komplett ausgenutzt ist. Die Beleuchtung in Lagern und Sanitärbereichen,
die über Zeitschalter und Bewegungsmelder funktioniert, hilft hierbei.
Trotzdem wird der Strom dann und wann knapp (erhöhter Bedarf durch den Umbau),
so dass wir in naher Zukunft die Solaranlage erweitern werden.
Spenden sind herzlich willkommen.