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Eclissi
Der Blick des Betrachters wandert durch den schwach ausgeleuchteten
Zuschauerraum eines Theaters kurz vor Beginn der Aufführung. Im Halbrund
der Architektur ist lediglich das Funkeln der Operngläser zu sehen,
begleitet von gedämpftem Stimmengewirr. Auffallend ist die Uniformität
der Zuschauer. Denn die einzelnen Logen der vier Ränge sind voll besetzt
mit weiß gekleideten Menschen, die ihre Aufmerksamkeit in Richtung Bühne
lenken. Im Verlauf des Videos erhellt sich der Vordergrund mit einem
unnatürlichem Licht, das die Konturen im Zuschauerraum fast überblendet.
Im starken Kontrast zwischen Licht und Schatten wird eine mysteriöse
Stimmung erzeugt, ähnlich einer Sonnenfinsternis. Nicht zufällig wählt
Toderi das Ambiente eines Theaters. Es ist ein historischer Ort des
sozialen und gesellschaftlichen Lebens, des Sehens und des
Gesehenwerdens. Das Wort Theater, in seiner ursprünglichen Bedeutung
auch mit Schaustätte übersetzt, impliziert nicht nur die Bühne als Ort
des Geschehens, sondern auch den Zuschauerraum. Vor diesem Hintergrund
verkehrt Grazia Toderi zunächst die traditionelle Blickrichtung. Jedoch
wird dem Betrachter schnell deutlich, dass er selbst auf der Bühne steht
und zum Objekt der Betrachtung wird. Denn die leichte Untersicht der
Arbeit erhebt die zuschauende Menge in eine observierende Stellung, von
oben herab. Vergleiche zu Vorstellungen außerirdischer Lebensformen, die
uns Menschen beobachten, drängen sich auf.
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