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Fan
Die Installation von Bettina Pousttchi konfrontiert den Besucher mit
einer widersprüchlichen Atmosphäre. Ein Monitor zeigt im Loop
Ausschnitte einer vollbesetzten Besuchertribüne während einer
Veranstaltung. Auf den Rängen drängt eine jubelnde Masse, die zu einer
immerwiederkehrenden La-Ola-Welle anhebt. Die Bilder dokumentieren
Gedränge, Geschrei und Hysterie, jedoch völlig ohne Ton. Die akustische
Vorstellung passiert ausschließlich in der Vorstellung des Betrachters,
der sich trotz absoluter Stille mitreißen lässt. Im Zentrum der
künstlerischen Aufmerksamkeit steht nicht der umjubelte Star, sondern
die jubelnde Fanmenge. In ihrem Enthusiasmus vereint werden sie zu den
eigentlichen Stars der Arbeit. In der Masse verliert sich die
persönliche Identität zugunsten der Identifikation mit den anderen, was
durch eine einheitliche Fankleidung zusätzlich betont wird. Davon zeugen
auch die Gruppenportraits an den Wänden. Zusätzlich verkehren die
bühnenartigen Requisiten einmal mehr den Blickwinkel zwischen dem
Auf-der-Bühne und Hinter-der-Bühne-Sein, zwischen Privatsphäre und
Öffentlichkeit.
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