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Melankoli
Der Bildausschnitt zeigt die Schenkel einer Frau, die sich öffnen und
schließen. Sehr langsam und immer wieder. Scheinbar endlos. Wie Blenden
ermöglichen oder verhindern sie den Blick auf das in der Ferne liegende
Meer. Am Horizont zeichnet sich vor dem Sonnenuntergang die Silhouette
einer Küstenlandschaft ab. Lediglich das leise Rauschen des Meeres ist
zu hören. Die Gleichförmigkeit und Langsamkeit der Bewegung erzeugt eine
intime, ungestörte Atmosphäre mit subtiler Erotik, die den Betrachter
zwangsläufig in die Position eines Voyeurs rückt. Jedoch fungieren die
Schenkel nicht nur als Metapher des Begehrens und Herzeigens, sondern
auch des Verweigerns und der Distanz. Denn nur für einen kurzen Moment
ergibt sich die Intimität scheinbar persönlicher Nähe. Die Arbeit
beansprucht Zeit, damit sich Licht und Farbe, Stille und Klang,
emotionale Nähe und kühle Distanz im Wechsel entfalten können. Dann erst
vermittelt dieses Video seine sinnlichen und ästhetischen Erfahrungen,
die durch kein anderes Medium zu ersetzen sind.
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