Eines der wesentlichen Merkmale, das die Arbeitsform der "Botschaft e.V." auszeichnete,
war es, finde ich, daß sie eine starke Form von Gruppenarbeit möglich machte,
ohne den/die einzelne/n unter dem Gruppenlabel zu nivellieren. Jeder hat parallel auch seine
eigene Agenda verfolgt und Teile davon in die "Botschaft e.V." mit hineingetragen. Das ist
meiner Ansicht nach bei Gruppenarbeiten auch erstrebenswert, um einen internalisierten
Diskurs zu vermeiden. Natürlich gab es auch &auuml;ußere Rahmenbedingungen, die
bestimmte Formen von Zusammenarbeit begünstigt haben. Dazu gehören banalerweise
ökonomische Faktoren wie Mietpreise etc., aber vor allem auch eine Atmosphäre von Wandel, die
die neben den Zentren und Institutionen die Entwicklung von oppositionellen Perizentren
erlaubten. Die Atmosphäre in Berlin hat sich geändert, wie jeder weiß.
Tatsächlich arbeiten viele Leute aber weiterhin in unterschiedlichen Zusammenhängen.
Daß man jetzt stärker als Einzelposition wahrgenommen wird, hat auch mit einem
Filter zu tun, durch den man von der Kunst aus betrachtet wird.