Ich sehe Interdisziplinarität als Handlungsanweisung, als eine temporäre Vermittlungspraxis. Als solche ist sie eher reformistisch und weniger revolutionär. Wenn sie sich institutionalisiert, wird sie natürlich selbst disziplinär und abgrenzend. Mit der Veröffentlichung einer lokalen wissenschaftlichen Filmgeschichte 1996, medfilm - ein Archiv der medizinischen Filme der Charité 1900-1990 im Internet habe ich ein Archiv erzeugt und damit ein Vorstellungsbild, das es vorher gar nicht gab. Das ist eine wissenschaftliche Methode, aber die Verschiebung liegt darin, daß die ursprünglich wissenschaftlichen Materialien - so vermittelt - in einem historischen und kulturellen Kontext gesehen werden konnten.