Unbedingt. Als ich nach der Wende nach Ost-Berlin kam, schien die Situation weit davon entfernt, überhaupt sprachlich, ästhetisch oder sonst wie formulierbar zu sein. "Formulierungen zu suchen" war daher eines der Hauptmotive, mich mit anderen Leuten zusammenzuschließen ("Botschaft e.V.", "Museum für Zukunft", "jazzclub" und andere temporäre Projekte). Die Diskussionsplattform einer Gruppe kann Ideen in rasender Geschwindigkeit austesten, verwerfen und verändern, Sprache entwickeln und dann freisetzen. In meinen Arbeiten haben Interviews und Gespräche immer wieder eine wichtige Rolle gespielt, z. B. die Interviews mit Wissenschaftlern in meinem Film über die medizinische Filmgeschicht der Charité. Was mich daran interessiert, ist aber immer mehr der Denkraum, der sich im Gespräch auftut, als das polarisierende, Positionen abgrenzende Gespräch. Für mich sind Bilder und künstlerisch Arbeiten als "offene Wahrnehmungsvorschläge" oft interessanter als akademische künstlerische Positionen.